Weinfilter
Prinzip der Filtration von Wein mit dem Weinfilter
1. Regelventil an der Pumpe
2. Druckmanometer am Filtereingang
3. Pumpe
4. Saugleitung
5. Filterausgang zum Anschluss an Abfüllgerät oder Schlauch
6. Pressspindel
7. Filtrox Filterschicht ( Pfeil markiert die Trubseite der Filterschicht.
8. Zulauffilterplatten
9. Auslauffilterplatten Sind alle Schichtenränder gut benetzt, so ist das Wasser abzustellen und der Filter so stak als möglich zu pressen. Durch das endgültige Pressen des Weinfilters mit nassen Schichtenrändern wird der Weinfilter
dicht und die Tropfverluste werden auf ein Minimumreduziert.
Anleitung für Fischer Weinfilter
1.Die Filterschicht
1.1 Das Filterprinzip Die Schichtenfiltration ist das typische Beispiel einer Tiefenfiltration, bei der die Trubteile hauptsächlich im Innern der Filterschicht zurück gehalten werden. Filterschichten sind Faservliese, die mit Granulaten durchsetzt sind, wobei die Dimensionen der verschiedenen Fasern und Granulate nicht uniform sind. Unter dem Mikroskop gesehen, ist das innere der Schicht ein verwirrendes, unheimlich kompliziertes Labyrinth, durch das sich die Flüssigkeit einen komplizierten, gewundenen Weg suchen muss. Dadurch ist der zurückgelegte Weg bedeutend länger als die Dicke der Schicht ( 3. Lt - 4.2 mm Schichtdicke).In diesem Labyrinth werden die Trubteile zurückgehalten, sei es mechanisch durch Sedimentation oder Trägheit, sei es adsorptiv durch elektrostatische Anziehung. Das mechanische Rückhaltevermögen und die Adsorption üben ihre Wirkung auf Trubteile aus, die in der Regel viel kleiner sind als die durchlaufenen Durchgänge im Innern der Schicht.
1.2 Die Filterschicht Alle Filtrox Schichten haben eine raue, grobe Einlauf ( Trubseite ) und eine feine, glatte Auslaufseite ( Glanzseite ). Der Stempel mit Firmensignet, Porosität und Fabrikationsnummer befindet sich immer auf der Auslaufseite. Die Auslaufseite der Filtrox Schichten ist immer mit einer zusätzlichen Imprägnierung versehen, die eine Abgabe von Fasern an das Filtrat während der Filtration zuverlässig verhindert.
2. Die Vorbereitung der Filtration ohne Sterilisierung
2.1 Einlegen der Schichten und Pressen des Weinfilter Die erste Schicht ist mit der Trubseite gegen die schwarze Einlauf platte zu legen. Die weiteren Schichten werden dann im Wechsel Glanzseite zu Glanzseite, Trubseite zu Trubseite gelegt. Die Schichten sind dabei so zu Zentrieren ,dass sie auf allen Seiten vom Pressrand der Elemente erfasst werden. Der Weinfilter wird nun geschlossen und leicht angepresst. Jetzt wird der Weinfilter mit Wasser in Filtrationsrichtung gefüllt, dabei sollte der Auslauf gedrosselt werden, so dass ein Gegendruck von 0.2 bar entsteht und Wasser an den Schichtenrändern austritt.
2.2 Wässern des Weinfilter Während der ersten 10 - 15 Minuten wird der Schichtenfilter in Filtrationsrichtung mit mindestens Filtrationsgeschwindigkeit mit Wasser durchgespült ( Wässern des Filters mit Pumpeneinsatz ) Durch diese Operation werden Faserfragmente die vom Stapeln,von der Fabrikation her an den Schichten haften,abtransportiert.Dieser Vorgang dient der Geschmacksneutraliesierung beim Weinfilter.
3. Filtration
3.1 Start der Filtration Erfolgte keine Sterilisierung des Weinfilter, so kann das Wasser abgelassen werden. Dadurch wird die Vermischung Wasser Wein auf ein Minimum reduziert. Der Weinfilter ist langsam aufzufüllen und zu entlüften. Ist der Schichtenfilter voll, so wird die gewünschte Filtrationsgeschwindigkeit eingestellt. Wird zur Auffüllung des Weinfilters die Filtrationspumpe benötigt, so ist das Eingangsregelventil am Weinfilter zu schließen, die Pumpe einzuschalten und dann das Ventil langsam zu öffnen, damit Druckstöße gegen die Filterschicht vermieden werden. Wurde der Weinfilter sterilisiert ,so ist das Wasser durch Wein zu verdrängen.
3.2 Leistung und Differenzdruck Für Filtrox Filterschichten gelten folgende Differenzdrücke. AF 15 - AF 20 2.5 Bar max. AF 30 - AF 50 1.5 -2.0 Bar max. AF 70 - AF 100 1.5 Bar max. AF110 - AF 140 1.0 Bar max. Bei Verwendung von Filterschichten anderer Hersteller erfragen Sie bitte deren maximale Druckangaben. Durchschnittliche empfohlenen Leistung Klärschichten 700 It./m 2 und Stunde Sterilschichten 400 It./m 2 und Stunde
3.3 Bedingungen Das mechanische und adsorptive Rückhaltevermögen der Schichten in bezug auf kleine und kleinste Trubteilchen ( Mikroorganismen und Trubteile ) sind schwache Kräfte Sie können ihre Wirkung nur voll entfalten wenn während der Filtration folgende Bedingungen ein gehalten werden. 1. Langsames Anfahren ( siehe punkt 3.1. Start) des Weinfilter 2. Stetiger und gleichmäßiger Durchfluss 3. Keinen ruckartigen Leistungswechsel 4. Beachtung der max.Leistung der Schichten und des max. Differenzdruckes 5. Keine Durchschläge 6. Kein Einziehen von Luft.
3.4.Unterbrechen der Filtration Theoretisch sollte eine Filtration, d.h. der Durchfluss durch den Weinfilter NICHT unterbrochen werden. Während eines Stillstandes des Weinfilter ergibt sich für den pH des Weines in der Schicht selbst eine leichte Verschiebung nach oben. Dadurch werden adsorptive Bindungen von Mikro Organismen und kleinen Trübteilchen zur Schicht gelöst. Beim Wieder anfahren werden diese dann auf die Filtratseite ( Glanzseite ) transportiert. Wird direkt auf den Filter filtriert und muss der Zulauf von Zeit zu Zeit abgestellt werden, empfehlen wir eine Rückführleitung mit der Einmündung vor der Pumpe. Wird der Zufluss zum Füller unterbrochen, so geht der Weinfilterfilter im Kreislauf.Dies gilt für kurze Unterbrechungen. Über Nacht und am Wochenende darf kein Wein im Weinfilter belassen werden.
3.5 Ende der Filtration Am Ende der Filtration wird in der Regel der Wein im Weinfilter mit Wasser ausgestoßen. Dabei hat das Umschalten von Wein auf Wasser ohne Druckschlag zu geschehen.Sobald der Wassergehalt einige Prozente erreicht hat werden adsorptive Bindungen gelöst und das Filtrat kann sich trüben Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass der Weinfilter entleert wird und der Filterinhalt als Unfiltrat zurückgewonnen wird.
4. Spülen, Regenerieren von gebrauchten Schichten. Mit dieser Maßnahme soll die Lebensdauer der Schichten verlängert respektive die Kapazität erhöht werden. Dazu folgende Überlegungen
4.1 Zurückgehaltene Trübstoffe Es handelt sich um Gerbstoff/Farbstoffausfällungen, feinste Tartratkristalle, Eiweiß, Agglomerate ,Mikroorganismen und Kolloide ( Poly sacharide ),die - wir wiederholen - im innern der Schicht zurück gehalten werden. Die gelösten Kolloide sind nicht eigentliche Trub teile. Die Untersuchungen zeigen jedoch eindeutig, dass sie zu den filtrationshemmenden Soffen gehören, und dass eine Schichtenfiltration den Kolloidgehalt eines Weines reduziert.
4.2 Prinzip der Regenerierung Wir müssen uns von der Idee lösen, dass die Trubteile und Mikroorganismen im Innern der Schicht "mechanisch" entfernt werden können, dass also die Schicht 11 mechanisch 11 fertig gespült werden kann. Um einen ins Gewicht fallenden teil dieser Trubstoffe aus der Schicht zu entfernen, müssen einesteils der Rückhaltemechanismus der Schicht und die Struktur der Trubpartikel beeinflusst werden. Hieraus folgt, dass es belanglos ist in welcher Richtung die Regenerierung vorgenommen wird. Ist nämlich ein Trubteil oder Mikroorganismus im innern der Schicht gefangen, so ist es Ihm gleichgültig, von welcher Seite der Wind weht. Entweder er ist gefangen oder er ist frei.
4.3 Die eigentliche Regenerierung Die folgenden Operationen erfolgen in Filtrationsrichtung mit einer Leistung von ca. 300 - 400 It./m 2 und Stunde mit dem Weinfilter. 1. 10 - 15 Minuten kaltes Wasser, durch die Verschiebung des pH Wertes nach oben werden adsorptive Bindungen gelöst. 2. 10 - 15 Minuten Wasser mit 45° Celsius, Eiweiß Agglomerate und Tartrate gehen in Lösung, die Viskosität der Kolloide wird herabgesetzt. Achtung: Die Temperatur des Wassers darf in keinem Fall 50° C überschreiten, weil dadurch vorhandenes Eiweiß denaturiert und unlöslich würde. Will man zusätzlich Farbe aus den Schichten entfernen, so folgt der dritte Schritt. 3. 10 Minuten Wasser mit 80 - 85 ° Celsius Mit diesem Schritt ist es möglich, nach einem dunklen Rotwein einen Rose' Wein über dieselben Schichten zu filtrieren. 4. Weiterfahren mit der Sterilisation oder den Filter abkühlen. 5. Sterilisation Wir sprechen hier lediglich von der Sterilisation des Filters. Wir weisen jedoch darauf hin, dass für eine sterile Abfüllung die ganze Anlage ( Leitungen Abfüller) sterilisiert werden muss. Auch diese Operation erfolgt in Filtrationsrichtung. 1. Chemische Desinfektion Mit in der Lebensmittelindustrie zugelassenen Desinfektionsmitteln. z.B. 0.3% S02 Schwefellösung. 2. Dampfsterilisation Mit Niederdruckdampf 0.6 bar,112° C aus einem entsprechendem Dampf Generator. Auf 0.6 bar entspannter Sattdampf ist zu heiß, dadurch werden Dichtungen und Armaturen in Mitleidenschaft gezogen. - bei neuen Schichten Filter nur leicht anpressen - bei gebrauchten Schichten Filter leicht öffnen ( entspannen) - Dampf anschließen und alle Ventile leicht öffnen -Dampfzufuhr regeln, so dass der Dampf aus allen öffnungen mit einer Fahne von ca.10 cm austritt. - Darauf achten, dass Kondenswasser austritt - Vom Zeitpunkt an welchem Dampf aus dem Ausgangsventil austritt 20 Minuten weiterdämpfen. - Alle Ventile an der Ausgangsseite schließen ( Eingang Offen - Wasser anschließen, Filter abkühlen. - Weiterarbeiten wie unter Pressen des Filters beschrieben. 3. Heißwassersterilisation Am sichersten für Weinfilter, Schichten, Dichtungen und Armaturen und am schonendsten ist die Sterilisation mit Heißwasser von 80 - 85°C. Das genaue Vorgehen hängt von der zur Verfügung stehenden Mittel ab. d.h. Ist genügend Heißwasser vorhanden oder evtl. ein Durchlauferhitzer In diesen Fall wir im Durchlauf sterilisiert und das Heißwasser nur einfach genutzt. Ist nicht genügend Wasser vorhanden wird im Kreislauf sterilisiert und auf diese Art Energie gespart. Für beide Fälle gilt folgendes Vorgehen. - Bei neuen Schichten, Schichten nur leicht anpressen - Bei gebrauchten Schichten Filter entspannen - Heißwasser anschließen und alle Ventile öffnen - Weinfilter aufheizen bis an allen Öffnungen Sterilisationstemperatur erreicht ist. - Temperatur 30 Minuten konstant halten - Alle Ventile auf der Ausgangsseite schließen - Heißwasserzufuhr abstellen - Filter mit Kaltwasser abkühlen -Weiterarbeiten wie unter Pressen des Filters beschrieben. 6. Qualität des Wassers. Am Anfang werden die neuen Schichten Gewässer, nach jeder Filtration werden die Schichten gespült. Mit Kalt oder Warmwasser werden die Schichten regeneriert und mit Heißwasser sterilisiert. Nach der Sterilisierung wird der Filter mit Wasser abgekühlt. Es liegt nun auf der Hand, dass das verwendetet Wasser frei sein muss von Schwebestoffen, welche allenfalls zu den Verstopfungen der Schichten beitragen würden. In mikrobiologischer Hinsicht muss das Wasser dem Trinkwasser entsprechen. 7. Bedingungen Damit auf wirtschaftliche Art und Weise ein gutes Filtrationsresultat erzielt wird, müssen verschiedene Bedingungen eingehalten werden. Der zur Abfüllfiltration gelangende Wein soll in bezug auf Filtrierbarkeit, Trubgehalt und Keimgehalt so vorbehandelt sein, dass die gewählten Schichten ihre Aufgaben voll und optimal erfüllen können. Das heißt : - Enzymbehandlung - Schönung - Vorfiltration müssen korrekt und wirkungsvoll vorgenommen werden. Die Vorfiltration soll zu einem optisch klaren Wein mit stark reduziertem Keimgehalt führen. Ist die Abfüllfiltration eine eigentliche Sterilfiltration und ist der Wein durch einen hohen pH Wert gefährdet, soll zusätzlich eine Filtration über eine scharfe Klärschicht erfolgen. Auch der Filter selbst verdient in diesem Zusammenhang eine entsprechende Beachtung. Dichtungen altern und verspröden infolge des Sterilisierens, Sie verlieren ihre Elastizität, was Tropfverluste zur Folge haben Kann Eine ungenügende Schichtanpressung führt ebenfalls zu Tropfverlusten. Durch eine Reduktion der Reibungsverluste soll der Anpressdruck voll auf das Schichtenpaket übertragen werden. Die Spindelbüchse, Die Druckspindel und der Auflagepunkt in der beweglichen Endplatte müssen regelmäßig gereinigt und geschmiert werden. 8. Auswahl der Filterschichten. Wir empfehlen folgende Filtrox Filterschichten für folgende Weine mit dem Weinfilter 1.Abstich AF 20 2.Abstich AF 30 AF 31 H nach gut abgesetzten Schönungen AF 41 oder AF 71 H Letzte Feinfiltration vor der Sterilfiltration von Weinen mit Restsüße mit normalem Trub AF 70 AF 100 viel Feintrub AF 71 HAF 100 Problemweine AF 100 AF 110 Steril Letzte Filtration zur Flaschenabfüllung Weißweine durchgegoren nicht bakteriengefährdet AF 70 AF 71 HAF 100 Rotweine AF 50 AF 71 H Weine mit Restsüße, Kaltsterilabfüllung nicht bakteriengefährdet AF 100 mikrobiologisch instabil AF Steril 130 AF Steril 140 hoher pH Wert und starke Bakterieninfektion AF Steril 140 Schnäpse Obstbranntwein AF 70 XE 280 Hinweise zur Leistung Stundenleistung pro Filterschicht 20 x 20 15 - 20 Lt./Schicht und Stunde nicht überschreiten. Ideale Druckdifferenz 1 Bar.





