Wie benutze ich einen Schichtenfilter?
Diese Kurzanleitung gilt grundsätzlich für gängige 20x20- und 40x40-Schichtenfiltergeräte. Sie ersetzt nicht die technischen Vorgaben bzw.
Bedienungsanleitungen des jeweiligen Geräteherstellers,
fasst aber die wichtigsten Schritte für eine saubere und sichere Filtration zusammen.
Eine ausführliche PDF-Anleitung für FISCHER-LAHR Schichtenfilter findest du hier
https://www.fischer-lahr.de/images/Anleitungen/Filteranleitung_20x20.pdf
Kurzübersicht: Der richtige Ablauf
- Filterschichten korrekt ausrichten und zentriert einlegen.
- Filter erst leicht schließen.
- Mit Wasser in Filtrationsrichtung benetzen.
- Danach kräftig zusammenpressen.
- Filter 10 bis 15 Minuten wässern.
- Filter langsam füllen, entlüften und schonend starten.
- Mit gleichmäßigem Durchfluss und ohne Luft arbeiten.
- Filtration möglichst nicht unterbrechen.
- Am Ende ohne Druckstoß umschalten oder entleeren.
- Filter und Schichten je nach Einsatz spülen, regenerieren oder sterilisieren.
Quick-Start: Schichtenfilter für Getränke richtig nutzen
1. Filterschichten richtig verstehen
Schichtenfilter arbeiten nach dem Prinzip der Tiefenfiltration. Das bedeutet: Trubstoffe werden nicht nur an der Oberfläche, sondern vor allem im Inneren der Filterschicht zurückgehalten. Damit das zuverlässig funktioniert, müssen die Filterschichten korrekt eingelegt, gleichmäßig angepresst und schonend gefahren werden.
-
Trubseite: raue, grobe Einlaufseite
-
Glanzseite: glatte, feine Auslaufseite
Diese Ausrichtung ist wichtig und darf nicht vertauscht werden.
Wichtig zum Grund-Verständnis eines Schichtenfilters: Schichtenfilter filtrieren parallel und NICHT hintereinander Schicht nach Schicht!
Du kannst also immer nur eine Sorte Filterkarton (Grobfilter, Feinfilter oder andere Feinheit/Klärschärfe) einlegen.
Die Menge an parallelen Filtern die du hintereinander einspannst und die gleichzeitig filtern, hängt von der Menge ab, die du filtrieren möchtest,
bis die Filter verbraucht sind. Mehr gleichzeitige Filter (6, 8, 10, 20 Schichten) einer einzigen Klärschärfe bedeuten schnelleres, unterbrechungsfreies parallel-filtern.
2. Filterschichten richtig einlegen
WICHTIG: Die erste Schicht wird mit der Trubseite zur (meist schwarz-farbenen) Einlaufplatte hin eingelegt.
Die weiteren Schichten werden dann immer im Wechsel hintereinanader gelegt:
- Glanzseite nach Glanzseite
- Trubseite nach Trubseite
Achte darauf, dass alle Schichten sauber zentriert eingelegt sind. Die Ränder müssen später gleichmäßig vom Pressrand erfasst werden. Nur so wird das Filtersystem dicht.
3. Filter erst leicht schließen, dann mit Wasser benetzen
Nach dem Einlegen wird der Filter zunächst nur leicht angepresst. Anschließend wird er mit Wasser in Filtrationsrichtung gefüllt. Dabei sollte der Auslauf etwas gedrosselt werden, damit ein leichter Gegendruck (etwa 0,2 bar) entsteht und Wasser an den Schichtenrändern austritt.
Erst wenn alle Ränder gut benetzt sind, wird das Wasser gestoppt und der Filter endgültig kräftig zusammengepresst. Dadurch wird der Filter dicht und Tropfverluste werden deutlich reduziert.
4. Filter vor der Filtration wässern
Vor dem eigentlichen Einsatz sollte der Filter etwa 10 bis 15 Minuten mit Wasser in Filtrationsrichtung gespült werden. Dieses Wässern entfernt lose Faserreste aus den Schichten und hilft, den Filter geschmacksneutral zu machen.
5. Filtration langsam und kontrolliert starten
Wenn der Filter nicht sterilisiert wurde, kann das Wasser anschließend abgelassen werden. So wird die Vermischung von Wasser und Produkt möglichst gering gehalten.
- Filter langsam füllen.
- Luft sorgfältig entweichen lassen.
- Erst dann die gewünschte Filtrationsleistung einstellen.
Wenn die Pumpe zum Füllen verwendet wird, sollte das Eingangsventil zunächst geschlossen bleiben. Die Pumpe wird eingeschaltet, danach wird das Ventil langsam geöffnet. So vermeidest du Druckstöße auf die Filterschicht.
6. Während der Filtration ruhig und gleichmäßig arbeiten
Ein Schichtenfilter funktioniert am besten, wenn er möglichst gleichmäßig betrieben wird. Wichtig sind:
- langsames Anfahren
- stetiger, ruhiger Durchfluss
- keine ruckartigen Leistungswechsel
- keine Luft im System
- kein Überschreiten von Leistung oder Differenzdruck
- keine Druckschläge
Gerade bei feineren oder sterilen Filtrationen sind diese Punkte entscheidend. Luft, Druckstöße oder starke Leistungsschwankungen können das Ergebnis deutlich verschlechtern.
7. Leistung und Druck beachten
Es gelten im allgemeinen folgende Richtwerte:
- Klärschichten: ca. 700 l/m²/h
- Sterilschichten: ca. 400 l/m²/h
Zusätzlich müssen die maximal zulässigen Differenzdrücke der verwendeten Filterschichten eingehalten werden. Diese Werte können je nach Schichttyp und Hersteller unterschiedlich sein.
8. Filtration möglichst nicht unterbrechen
Eine laufende Filtration sollte nach Möglichkeit nicht gestoppt werden. Bei Stillstand können sich gebundene Trubstoffe oder Mikroorganismen in der Schicht wieder lösen. Beim Wiederanfahren können sie dann auf die Filtratseite gelangen.
Wenn kurze Unterbrechungen unvermeidbar sind, sollte möglichst im Kreislauf weitergefahren werden. Über Nacht oder über das Wochenende darf jedoch kein Produkt im Filter stehen bleiben.
9. Filtration sauber beenden
Am Ende der Filtration wird das Produkt meist mit Wasser aus dem Filter gedrückt oder der Filter entleert. Wichtig ist, dass das Umschalten von Produkt auf Wasser ohne Druckstoß erfolgt.
Sobald zu viel Wasser im Filtrat ist, können sich zuvor gebundene Stoffe wieder lösen und das Filtrat kann sich eintrüben. Deshalb sollte das Ende der Filtration aufmerksam und schonend erfolgen.
10. Gebrauchte Schichten spülen und regenerieren
Gebrauchte Schichten können je nach Anwendung in begrenztem Umfang (!) regeneriert werden, um ihre Standzeit oder Kapazität zu verbessern. Die Regenerierung erfolgt laut Anleitung in Filtrationsrichtung.
- 10 bis 15 Minuten mit kaltem Wasser spülen.
- 10 bis 15 Minuten mit Wasser bei etwa 45 °C spülen.
- Bei Bedarf zusätzlich 10 Minuten mit Wasser bei 80 bis 85 °C spülen, zum Beispiel zur Farbentfernung.
Wichtig: Im Warmwasserschritt darf die Temperatur 50 °C nicht überschreiten, damit Eiweißstoffe nicht denaturieren und unlöslich werden.
ACHTUNG: Beachte die Hinweise des Filterschichten-Herstelles! Eine Regeneration von gebrauchten (verbrauchten) Filterschichten ist nur sehr begrenzt möglich!
In zugesetzten Filtern ist das gefilterte Material in der Tiefenfilterschicht gebunden. Beachte den vorgegebenen Differenzdruck des Filterherstellers um zu überprüfen, ob ein Filter verbraucht ist.
11. Sterilisation des Filters
Wenn steril gearbeitet werden soll, muss nicht nur der Filter, sondern die gesamte Anlage hygienisch betrachtet werden. Es gibt drei Möglichkeiten:
- chemische Desinfektion (z.B 0,3 % SO₂ Schwefellösung)
- Dampfsterilisation
- Heißwassersterilisation
Besonders schonend ist meist die Heißwassersterilisation bei 80 bis 85 °C. Dabei wird der Filter aufgeheizt, bis an allen Öffnungen die nötige Temperatur erreicht ist. Diese Temperatur sollte dann etwa 30 Minuten gehalten werden. Anschließend wird der Filter mit Kaltwasser abgekühlt.
12. Wasserqualität nicht unterschätzen
Das verwendete Wasser muss sauber sein. Es sollte frei von Schwebstoffen sein, damit die Schichten nicht unnötig belastet oder verstopft werden. In mikrobiologischer Hinsicht sollte das Wasser Trinkwasserqualität haben.
Das ist besonders wichtig, weil Wasser beim Benetzen, Wässern, Spülen, Regenerieren, Sterilisieren und Abkühlen verwendet wird.
13. Vorbehandlung und Wartung sind entscheidend
Ein Schichtenfilter arbeitet nur dann wirtschaftlich und zuverlässig, wenn das Produkt gut vorbereitet ist. Insbesondere:
- Enzymbehandlung
- Schönung
- Vorfiltration
Je besser diese Vorstufen durchgeführt wurden, desto besser funktionieren Standzeit und Filtrationsergebnis.
Auch das Gerät selbst muss gepflegt werden:
- Dichtungen regelmäßig prüfen
- Spindel, Spindelbüchse und Auflagepunkte reinigen und schmieren
- auf gleichmäßige Pressung achten
Gealterte Dichtungen oder unzureichende Anpressung führen häufig zu Tropfverlusten.